Heißer Norden

Wir sind dem Ruf der Bergprediger („muchos, muchos colores!“, „muy, muy lindo!“, „incrérible!“) gefolgt und haben die Attraktionen des hohen Nordens Argentiniens besucht.

Von der Provinzhauptstadt Salta, genannt die Schöne, aus haben wir unsere Erkundungstour gestartet. Salta besticht durch seine günstige Lage am Fuße mehrerer grüner Berge, einer sauberen, gepflegten Innenstadt mit kolonialer und neoklassizistischer Architektur.

Eine Exkursion führte uns zunächst entlang der Strecke des „tren a las nubles“ („Zug in den Wolken“), allerdings statt auf den Schienen auf der Schotterpiste, da die Bahn seit einer Entgleisung im Juni gesperrt ist. So ratterten wir entlang eines trockenen Flussbettes in das wüstenähnliche Hochland der argentinischen Anden. Die zahlreichen Kakteen erreichen hier beachtliche Höhe und zieren den Gipfel so manches Berges wie natürliche Gipfelkreuze.
Der Weg führte uns wiederum in pittoreske Dörfer,  die die Energiewende bereits vollzogen haben und unerwartet leckeres Lamaschnitzel auftischten, vorbei an einer Salzwüste über Hochgebirgspässe von bis zu 4100 m.

Um die Sauerstoff-arme Höhenluft zu vertragen, machten wir es den Inkas gleich und entzogen einem zehnteiligen Kokablattballs seinen homöopathischen Saft.

Kokablätter sind als Erbe der Inkakultur in ganz Argentinien Legal, werden aber hauptsächlich im tatsächlich hohen Norden verkauft und genutzt. Der Geschmack ist ähnlich dem grünen Tees und die Wirkung sehr moderat – und nicht sehr berauschend. Außerdem wurde uns erklärt, Kokablätter sind für Kokain wie Trauben für den Wein. Und wer würde schon Trauben verbieten.

In dem wunderschön gelegenem, kleinen aber touristischen Purmamarca schlugen wir unser Zelt auf. Auf kleinen Wanderungen in die farbenfrohen Berge erhaschten wir immer neue aufregende Ausblicke auf die „cerros de 7 colores“.

Eine weitere Exkursion nach Humahuaca brachte uns nah an die bolivianische Grenze, was man sowohl an den einfachen aber gemütlichen Lehmhütten als auch an den Gesichtern der Einheimischen erkennen konnte.

Von hier aus, einmal mehr über Salta, zogen wir weiter in das beschauliche CachÍ. Die 150 km lange Fahrt über Serpentinen, saftig grüne Wald Passagen zurück in die Hochland-Wüste konnten wir 5 Stunden lang genießen. Vor allem Anna, deren Magen sich derweil um sich selbst knotete.

In unserer Erinnerung wird von CachÍ wohl vor allem der überragende Campingplatz und die spürbare Nähe zur Sonne bleiben.

Die geplante Weiterfahrt nach Cafayate gestaltete sich insofern schwierig als dass keine öffentlichen Verkehrsmittel die beiden Dörfer verbinden. Glücklicherweise ist die malerische Strecke entlang zerkarsteter Landschaften beliebtes Ziel von Mietwagen-Touristen. So fanden wir nach einigem Fragen ein englische Paar, das uns auf ihrer Rückbank mitfahren ließ. Die tolle Aussicht hat unseren Aufwand allemal entschädigt. Zudem besichtigten wir ein weiteres Weingut, direkt in der Wüste und eine Vicuña Streichelei.

Letzter Programmpunkt im Norden im Norden war eine Fahrradtour die „quebrada de las conchas“. Bei hohen Temperaturen aber angenehmem Wind, konnten wir uns auf ordentlichen Mountainbikes abgefahrene Gesteinsformationen bestaunen, zB Amphitheater, Teufelsschlucht, Obelisk, oder Frosch. Bemerkenswerterweise ist der offiziellen Beschilderung die sinkende Titanic entgangen.

Nordargentinien endete für uns mit einem Gourmetessen aus einem Medium gebratenen Rinderfilet in Malbec-Reduktion an Karottenpüree und einem regionalen Ziegenkäse auf Rucolasalat serviert mit eiskaltem salta- Cerveza für 25 € komplett.

Aus Tucuman verabschieden wir uns vom Norden in Richtung Buenos Aires!

D&A

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